hart - härter - Ewald

Autor: Ewald Wacker am 25.07.2017
Kategorie: Mountainbike

Dieses Jahr sollte mein Traum von der Teilnahme an einem der größten und härtesten Eintagesrennen der MTB Familie, der Salzkammergut Trophy, verwirklicht werden. Es war die der 20. Jubiläumsveranstaltung über 210 km und 7120 HM.
Ich hatte mich deshalb schon früh auf einen der begehrten Startplätze angemeldet. Meine Vorbereitung lief aber nicht so, wie ich es mir vorgenommen hatte. So kamen mir mit jedem Tag an dem der Termin näher rückte Zweifel ob das gut gehen würde.
Doch es gab kein Zurück mehr. Bei der Anreise am Mittwoch zeigte sich das Wetter noch von der Sonnenseite, aber schon am Donnerstag zogen Wolken auf und erste Schauer folgten. Mit meiner Frau erkundeten ich die einzelnen Assistenzpunkte, an denen es Helfern erlaubt ist die Teilnehmer zu versorgen und technische Hilfe zu leisten.  Dies war eine sehr gute Entscheidung, damit sie am Renntag alle vorgesehenen Punkte rechtzeitig erreichen konnte.
Am Freitag wurden die Start-Formalitäten und der vorgeschriebene Bike-Check absolviert. Hierbei wurde besonderer Wert auf die Montage neuer Bremsbeläge gelegt, was sich beim Rennen selbst als über lebenswichtig erwies! Dann das letzte Einrollen am Freitag bereits in einem kräftigen Regenschauer, für das Rennen am Samstag war schon schlechtes Wetter vorhergesagt.
Samstagmorgen, 03.00 Uhr, der Wecker klingelt und es gießt in Strömen. Also komplette Regenmontur an und vom Hotel zum Startplatz geradelt. Dort herrschte schon reges Treiben. Wer noch die Möglichkeit hatte, suchte sich ein trockenes Plätzchen unter einem Vordach.
Kurz vor 05.00 Uhr gab es dann kein Zurück mehr. Raus in den strömenden Regen und in die Startaufstellung. Es dämmert gerade, als um 05.00 Uhr der Startschuss fällt und sich der Lindwurm von mehr als 900 Teilnehmern durch Bad Goisern schlängelt.
Es gab hier kein so ein Gerangel wie bei anderen Rennen, bei denen manche glauben, dass das Rennen auf den ersten paar Kilometern entschieden wird. Es scheinen alle großen Respekt vor der Herausforderung zu haben.


In den ersten beiden Stunden gießt es weiter in Strömen, und in den noch sehr düsteren Trails ist äußerste Aufmerksamkeit erforderlich. Einige Trailabfahrten sind so verschlammt, dass sie nicht mehr fahrbar sind.
Bis etwa km 70 läuft alles nach Plan, bis mich in einem dieser Trails ein Plattfuß ausbremst. Leider funktioniert die Dichtmilch nicht, also Reifen runter und auf Schlauch um montieren. Das Ganze  natürlich total verschlammt. Es gab aber genügend große Wasserschlammlöcher, um den Dreck vom Rad und den Händen zu befreien. Nach der Zwangspause von ca. 15 Min. konnte es weitergehen.
Bei der nächsten Verpflegungsstelle, orderte ich einen neuen Schlauch bei meiner Frau, um für eventuelle weitere Pannen gerüstet zu sein.  Nach ca. 8 h hatte das Wetter dann ein Einsehen und es hörte auf zu regnen, was auch meine Verfassung aufhellte zumal nun noch ab km 145 die beiden härtesten Anstiege bevor standen. Zuerst vom Hallstatter See – 500 HM - den Salzberg mit einer Steigung von 20 und mehr Prozent hinauf. Nach kurzer, rasanter Abfahrt den nächsten giftigen Anstieg über 700 HM.  Kraft hatte ich schon vor diesen beiden Anstiegen gefühlt keine mehr, aber der Kopf sagte treten und es ist aus unerklärlichen Gründen gegangen.
Bei km 175,  vor dem letzten 400hm Anstieg hatte sich wieder meine Frau postiert. Sie schob mir nochmals ein paar Bissen zwischen die Zähne, denn gegen weitere Riegel und Gels rebellierte mein Magen.

Wir verabredeten uns wieder Im Ziel wo ich nach 15 Stunden und 9 Minuten völlig leer aber im Zeitlimit über den Zielstrich fuhr.
Nachdem ich zwischenzeitlich die Ergebnisliste  durchforstet habe, bin ich sehr entspannt. Von 978 gemeldeten Teilnehmern erreichten 504 das Ziel im Zeitlimit.
Ich erreichte den 310 Gesamtplatz und in der AK 3 den 27 Platz.
Für die Realisierung des Ganzen brauche ich noch ein paar Tage.
Euer Ewald



Zurück zur Übersicht