Crossduathlonpremiere im Kraichgau

Autor: Rolf Gerard am 30.09.2017
Kategorie: Wettkampf

Als früherer Langstreckenläufer, der erst spät die Liebe fürs Bike entdeckte, reizte mich ein Duathlon immer schon mal. So sollte am 30.09.2017 zum Ende der Radsaison dann auch meine Premiere stattfinden. Ziel der Reise war Östringen im Kraichgau mit einer Strecke, auf der im Jahr 2016 noch die  deutschen Crossduathlonmeisterschaften ausgetragen wurden. Dabei galt es 7 km Querfeldeinlauf, 24 km Mountainbike und erneut 3,5km  Laufen zu absolvieren. Diese Variante des Duathlons reizte  mich besonders.
Alles in allem schätzte ich knapp 2 h unterwegs zu sein, wobei mich vor allem die Frage beschäftigte, wie gut ich zu Fuß unterwegs sein würde. Zu lange Jahre lag der letzte Laufwettkampf schon zurück. Bei bestem Herbstwetter gingen knapp 90 Starter ins Rennen, wobei schon gleich zu Beginn klar war, dass es sich hierbei fast ausnahmslos um hervorragend trainierte Konkurrenten handeln sollte. Hier trafen sich Triathleten, Mountainbiker, Läufer und einige auf Duathlon spezialisierte Athleten.
Nach dem Start waren also  erst einmal 2 Runden zu 3,5 km mit einigen Höhenmetern zu Fuß zu absolvieren, die Konkurrenz ging schnell an und so lag ich etwas überrascht nach ca 3 km an siebter oder achter Stelle des Feldes. An einem Bach, den es  in Hindernisläufermanier zu überwinden galt, landete ich etwas ungeschickt auf dem Fuß eines Mitläufers, strauchelte und spürte im Oberschenkel gleich ein leichtes Ziehen. Letzteres sollte sich im Verlauf der zweiten Runde  als leichte Zerrung herausstellen, die mich zwang, dosiert zu laufen, um nichts zu riskieren. So gelangte ich an 11. Stelle insgesamt und 2. meiner Altersklasse AK 50  liegend in die Wechselzone, in der die Mountainbikes standen. Raus aus den Laufschuhen, Radhelm auf, Radschuhe und Handschuhe anziehen und los…… umso erstaunter war ich, dass mich doch tatsächlich 8 Konkurrenten in der Wechselzone überholten. Offensichtlich gibt es noch eine dritte Disziplin, die es  zu beherrschen gilt: das Umziehen!
Als 19. ging es auf die mir unbekannte, dreimal zu durchfahrende Radstrecke. Diese  sollte neben vielen kleinen, aber einfach zu fahrenden Trails als  Highlight  eine durch  aufgeschüttete Hindernisse erschwerte Kiesgrubendurchfahrt mit relativ steilen Abfahrten enthalten. Nach der ersten abwartend gefahrenen Runde konnte ich ein paar Plätze gut machen und fand eine gut funktionierende Gruppe, die leider schon zu Beginn der letzten Runde auseinanderfiel. So musste ich die letzte Kiesrundendurchfahrt mit nur zwei verbliebenen  Mitstreitern angehen. Als ich zum Schlussangriff auf den letzten beiden KM mit leichter Steigung ansetzte, ließen auch diese mich ziehen. Mein Plan war möglichst viel Vorsprung auf die Laufstrecke  mit zu nehmen, weil ich merkte, dass die Zerrung im Oberschenkel wohl beim Laufen stärker behindern würde, als auf dem Bike. So gelang es mir auch noch  zur nächsten Zweier-Gruppe kurz vor der Wechselzone aufzuschließen. Dieser folgte ich. Leider !  Denn so bog ich der Gruppe folgend an einer unübersichtlichen Weggabelung falsch  ab und wir kamen zu dritt auf der falschen Seite der Wechselzone raus.
Die Kampfrichter bedeuteten uns, wir müssten zurück und den regulären Weg einschlagen. Also zurück und siehe da, zwischenzeitlich war auch an der bewussten Gabelung der Streckenposten wieder da. Wie zum Hohn, fuhr ein ganzer Tross von Konkurrenten kurz vor uns, die richtig angewiesene  Abzweigung nehmend, Richtung Wechselzone. Noch ein paar gute Wünsche in Richtung des Streckenpostens richtend, der wohl genau wusste, welchen Fauxpas  er sich da geleistete hatte, als er den Posten verließ, hieß es wieder volle Konzentration. Denn es galt die  zu viel gefahrenen Meter bzw. die verlorene Zeit aufzuholen.
Die Wechselprozedur gelang diesmal  ganz gut, allerdings machte sich bei mir ein wenig Enttäuschung breit, als ich als 20. des Feldes auf die letzte Laufrunde ging. Egal, durchziehen! Auf der letzten Laufrunde machte sich dann die Zerrung im linken Oberschenkel bemerkbar, also lieber den rechten Fuß stärker belasten. An einer Steigung kurz vor Ziel krampfte dann auch noch der rechte Oberschenkel, also Tempo rausnehmen. Aber den Konkurrenten ging es auch nicht besser und so konnte ich ohne auf der letzten Runde überholt zu werden, als insgesamt 20.und vierter meiner Altersklasse AK 50 in 1:58:39 das Ziel erreichen. Später, beim Studium der online  sehr fix bereit gestellten Ergebnisliste, stellte sich raus, dass der Umweg wohl ein Podium in der Altersklasse gekostet hatte. Für meine Premiere war ich dennoch sehr zufrieden, hatte ich doch nur knapp 17 min Rückstand auf den Gesamtersten Malte Plappert, ehemals Europameister der Crosstriathleten U23. Insofern ist eine Wiederholung garantiert.



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