Kategorie: Mountainbike
Pech und Panne beim ersten MTB-Rennen
Autor: Jannik Späth am 13.09.2011
Hallo alle zusammen,

bevor ich von meinem ersten MTB-Rennen berichte, möchte ich mich nochmal bei meinem Teamkolleg ULRICH KLAUSMANN bedanken!!!

Am Sonntag startete ich bei meinem ersten Mountainbikerennen in Furtwangen über die 42km. In den letzten fünf Wochen, nach meiner Saisonpause bereitete ich mich speziell auf dieses Rennen vor und absolvierte insgesamt 600 km auf dem Bike.
Am Sonntag, um 9.30 Uhr startete ich gemeinsam mit meinen Teamkollegen Harald Hauser und Marko Lück auf der 42km Strecke. Schon zu Beginn konnte ich mich unter den ersten 50 Fahreren einreihen. Nach dem ersten längeren Anstieg, an welchem ich zigg Fahrer überholte, konnte ich mich in einer 5er Gruppe festsetzen. Ich hatte super Beine und bis zu Kilometer 10 lief alles super.
Doch nach einem längeren Schlammstück mitten im Wald bemerkte ich, dass mein hinterer Reifen platt war.

In meinen Überlegungen in den Tagen vor dem Start, kam ich zu dem Entschluss, dass falls mir soetwas im Wettkampf passieren würde ich einfach Pech gehabt hätte und das Rennen beenden würde.
Jetzt sagt der ein oder andere vielleicht "etwas leichtsinnig von dem Kerl" und genau damit hat er Recht...ich würde sogar behaupten, dass es ziemlich dumm von mir war, für einen solchen Fall nicht gewappnet zu sein.

Nunja jetzt stand ich mitten im Wald, weit und breit kein Streckenposten oder sonst wer...somit war das gar nicht so leicht, das Rennen einfach aufzugeben. Aufgeben hätte ich zwar können, aber dann würde ich jetzt vielleicht immernoch mitten im Wald sitzen.
Zu meinem Glück, kam nach ca. 2 Minuten mein Teamkollege Ulrich Klausmann, der auf der 90km Strecke am Start war, an mir vorbei, hielt sofort an und fragte ob er mir helfen könne. Ich sagte "ich habe weder Schlauch noch Pumpe", welche er mir sofort aus seinem Bestand zur Verfügung stellte. Dies finde ich absolut nicht selbstverständlich, und schon drei mal nicht, wenn man eine 90km Strecke zu bewältigen und zu diesem Zeitpunkt erst ca 1/5 davon hinter sich hat. Vor dieser Aktion zieh ich meinen Hut!!!!

Jetzt ging es nun ans Reifen wechseln. Da ich jedoch keine Hebel hatte um den Mantel von der Felge zu machen und sich der Continentalreifen mit all seinen Kräften gegen meine Hände wehrte stand ich erstmal ratlos im Wald. Ich suchte im Wald nach einem tauglichen Werkzeug, doch nichts ließ sich finden.
Auch an mir vorbeifahrende Biker, welche ich nach einem solchen Hebel fragte konnten oder wollten mir nicht weiterhelfen.
Nach einiger Zeit grübeln kam ich auf die Idee meine Schnellspanner der Hinter- und Vorderachse als Hebel zu benutzen....dies funktionierte auch einwandfrei, und nach insgesamt 26 Minuten konnte ich meine Fahrt fortsetzen.

Da nun schon zigg Fahrer an mir vorbeigefahren sind und mit einer guten Zeit/Platzierung nicht mehr zu rechnen war überlegte ich, wie ich den Wettkampf weiter bestreiten sollte.
Entweder ich fahre auf kürzestem Weg in den Zielbereich und gebe das Rennen kampflos auf oder ich fahre die Strecke gemütlich zu Ende, um mich für den Halbmarathon am kommenden Samstag in Gengenbach zu schonen oder ich gebe einfach weiter Vollgas um nach abgezogenen 26 Minuten eine Vergleichszeit für die nächsten Jahre zu haben.
Eine Mischung der letzten zwei Ideen war für mich dann die Ideallösung. Berg hoch gab ich Vollgas und überholte im Zick-Zack-Kurs und Berg ab fuhr ich langsam um keinen Sturz zu riskieren.




Bis ins Ziel überholte ich so wieder hunderte Fahrer und beendete mein Rennen nach 2:04:18 h auf dem 39. Platz von 90 Fahrern in der Männer Haupftklasse. Subtrahiert man nun meinen 26 minütigen Boxenstop, so wäre ich auf dem 13. Platz der Hauptklasse und der 21. Platz im Gesamten Feld (von 462 Fahreren) gelandet.

Doch "wenn, hättsch und dätsch" helfen mir nicht weiter und so muss ich aus meinen Fehlern lernen und hoffen, das nächste mal pannenfrei durch den Wettkampf zu kommen.

Trotz allem hat mir der Wettkampf riesig Spaß gemacht und es wird mit Sicherheit nicht mein letztes MTB-Rennen gewesen sein.





Die Ergebnisse meiner Teamkollegen konnten sich übrigens sehen lassen. So wurde Harald Hauser in der Seniorenklasse 3 nach 1:46:49 h dritter und Marko Lück in der Seniorenkklasse 2 nach 2:03:19 h 57ter.

Ulrich Klausmann finishte die 90km (Gott sei Dank ohne Defekt) nach 4:19:42 h auf dem 34ten Platz der Seniorenklasse 2.

Nun heißt es schnell regenerieren um am Samstag beim Halbmarathon in Gengenbach die 1:30 h zu knacken.

Bis dahin,
Viele Grüße Jannik



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