Die Regenschlacht von Walchsee

Autor: Jannik Späth am 08.09.2013
Kategorie: Triathlon

Am vergangen Wochenende startete ich im Rahmen der Challenge Walchsee bei meiner ersten Mitteldistanz (1,9km Schwimmen – 90km Radfahren – 21km Laufen)
 
Gemeinsam mit meinem Kumpel Tobi Weber vom TV Forst reisten wir bereits am Freitag in Walchsee an. Untergebracht waren wir in der Pension Alpenhof im „Stadtteil“ „Durchholzen“. Im Laufe des Freitags reisten noch zigg weitere Teamkollegen vom TV Forst in Walchsee an und so machten wir uns nach einem kleinen Schwimmtraining einen gemütlichen Abend am Campingplatz, wo ein Teil der Forster Gang campten.
Samstagvormittag fuhren wir dann die Radstrecke bei herrlichem Wetter einmal ab. Diese doch sehr hügelige Strecke am Fuße des großen Kaisers ist wunderschön und sehr abwechslungsreich.



Blöderweise hüpfte meine Kette an einem Anstieg zwischen großem Ritzel und Narbe und verkantete sich dermaßen, dass wir selbst zu dritt und teilweise mit roher Gewalt alle Mühe hatten diese wieder zu befreien.
 
Am Nachmittag lies ich dann mein Rad beim Servicepoint durchchecken und die Schaltung justieren. Anschließend checkten wir unsere Räder in die Wechselzone ein. Sicherheitshalber deckten wir unsere Räder mit den bereitgestellten Planen ab da der Wetterbericht für den Wettkampftag nicht gerade eitel Sonnenschein voraussagte. Am Abend haben wir uns dann noch die Bäuche bei der Pasta-Party vollgeschlagen.


 
Sonntagmorgen – Raceday - klingelte der Wecker pünktlich um 6 Uhr. Wie es der Wetterbericht voraussagte sah man beim Blick aus dem Fenster dicke Wolken und nasse Straßen. Nach einem ausgiebigen Frühstück machten wir uns auf den Weg in Richtung Wechselzone um den „Run-“ und „Bikebeutel“ einzuchecken.
 
Da es im weiteren Verlauf schon ordentlich schüttete verzichtete ich auf jegliches Aufwärmprogramm. Pünktlich um 9 Uhr ertönte der Startschuss für die Profis. Um 9:15 Uhr stürzte auch ich mich mit der dritten Startgruppe in die Fluten des Walchsees.
 
Nach einem zügigen Anschschwimmen, um dem großen Gewühl zu entkommen, nahm ich einen Gang raus um Kräfte für den langen Tag zu sparen.
Bereits vor der ersten Boje ging das Überholen der langsamen Schwimmer aus der zweiten Startgruppe los. Im leichten Zick-Zack-Kurs ging es dann weiter in Richtung zweiter Boje. Um noch mehr Kräfte zu sparen entschloss ich mich den Wasserschatten eines parallel zu mir schwimmenden Athleten zu nutzen. In diesem schwamm ich die letzen 700m und kam völlig entspannt aus dem Wasser….dieser Plan ging also schon einmal auf.
Die Uhr für die 1,9km lange Schwimmstrecke blieb nach 25:52min stehen.
 
Da es zu dem Dauerregen auch nur Temperaturen um die 14 Grad hatte entschloss ich mich zu einem etwas längeren Wechsel um mir Windweste, Ärmlinge und Knielinge anzuziehen.
Gut eingepackt ging es also auf die Radstrecke, welche unterteilt in zwei Runden war. Insgesamt mussten auf den 90km ca. 1100 Höhenmeter bewältigt werden.
Schon nach den ersten 10km war ich gottfroh um meine zusätzliche Kleidung.
Ich konnte schnell in ein gutes Tempo rein finden. In den schnellen Passagen merkte man den Nachteil meines Rennrades im Vergleich zu den Zeitfahrrädern, die verlorenen Meter auf meine Mitstreiter konnte ich jedoch an den langen Anstiegen meist ausgleichen und dort einige Positionen gut machen.
Nach ca. 30km kam dann eine sehr steile Serpentinenabfahrt. Diese fuhr ich im Schneckentempo herunter um nicht, wie viele anderen, zu stürzen. Nach ca. 1:14h beendete ich die erste Runde.
In der zweiten Runde öffnete Petrus dann nochmal all seine Schleusen und überflutete die Straßen. So starken Regen habe ich bis jetzt selten in meinem Leben erlebt und schon gar nicht auf dem Rad. In den Abfahrten und an den Wendepunkten musste somit noch ein bisschen langsamer gefahren werden.
Mittlerweile befand ich mich in einer ca. 6-Mann großen Gruppe in welcher ich gut mitfahren konnte. Im letzten längeren Anstieg konnte ich diese nochmals um ein paar Meter distanzieren und erreichte mit einer Radzeit von 2:28:57h die zweite Wechselzone.
Das ist für mich echt eine Wahnsinnszeit und deutlich schneller als ich vor dem Wettkampf erwartet hätte. Fairerweise muss ich aber auch dazu sagen, dass die Radstrecke wohl ein bisschen zu kurz geraten ist. Mein Tacho zeigte nämlich lediglich 88km an.
 
Mit einem wiederum nicht allzu schnellen Wechsel ging es nun auf die Laufstrecke. Blöderweise vergas ich meine Knielinge auszuziehen, was mir optisch ein paar Minuspunkte einbrachte.



Gemeinsam mit meinem Kumpel Tobi verließ ich zeitgleich die Wechselzone und wir liefen die ersten Kilometer Schulter an Schulter. Für mich ist das schon ein super Erfolg diesen super Radfahrer bis zum zweiten Wechsel hinter mir gelassen zu haben.
Die ersten Kilometer liefen wir mit einer 4:20er Pace an. Ich fühlte mich gut, merkte aber dass meine untere Rückenmuskulatur schon ordentlich angeschlagen und verspannt war.
Nach etwas mehr als 2km ließ ich Tobi dann sicherheitshalber ziehen um nicht nach 10km Game Over zu sein.
Die erste Runde (5,25km) beendete ich nach 23:16 min, was einen Schnitt von 4:26min pro km bedeutete.
 
Gegen Mitte der zweiten Runde merkte ich dann, dass es kein Fehler war Tobi ziehen zu lassen. Mein Tempo wurde nun Kilometer für Kilometer langsamer.
Die zweite (24:54 min) und dritte (25:17min) Runde konnte ich dann das langsamere Tempo halten, jedoch merkte ich, dass meine Muskulatur im Rücken und Oberschenkel kurz vor der Aufgabe standen.
Ich dachte mir immer nur „bloß nicht stehen bleiben, sonst bekommst du einen Krampf und das Rennen ist vorbei“.
Die letzte Runde war dann echt eine Qual und ich schleppte mich ein letztes Mal um den Walchsee. Nach genau 4:40:15h erreichte ich fix und alle das Ziel.
Für den Halbmarathon brauchte ich letzenendes eine Zeit von 1:39:58h.
 
Im Zielbereich konnte ich mich vor lauter Muskelschmerzen kaum mehr bewegen. Das Anziehen von trockener Kleidung wurde zu einer Qual. Ich vegetierte nun ca. 1 ½ Stunden vor mich hin, bis wir endlich die Räder auschecken konnten.
Als wir dann mit unseren Rädern in der Auscheckschlange standen fing es dann nochmal ordentlich an zu regnen und ein weiterer Satz trockener Klamotten ging sozusagen Baden.
 
 Nachdem wir im Hotel geduscht und ein Stündchen Pause gemacht haben ging es zurück nach Walchsee zur Siegerehrung.
Anschließend begossen wir (Ich und 15 verrückte Forster) den erfolgreichen Tag.
 
Mit meiner Leistung bin ich seeehr zufrieden. Im Vorfeld hab ich von solch einem Ergebnis zwar geträumt, hätte aber nicht gedacht (auch angesichts des Wetters), dass ich das schaffen könnte.
Die darauffolgenden Tage belohnte mich mein Körper mit ordentlich Muskelkater, sodass ich teilweise Rückwärts die Treppen heruntergehen musste.
 
 
Nun ist meine Triathlonsaison 2013 beendet. Ich werde nun zwei Wochen Pause machen und danach vielleicht noch bei dem einen oder andern Laufwettkampf teilnehmen.
 
 
Bis dahin…
Viele Grüße Jannik
 



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